Lip Schule Zürich

Language teaching OUT – learning IN

Publikationen

Gesamtsprachkonzept

Dieser Artikel erschien in der Fachzeitschrift "INTERFACE" 12/99, IKT im Sprachunterricht

Eine motivierende Umgebung, ein Mut machendes Klima und anregende Lernsituationen - mit diesen Voraussetzungen wird erfolgreiches Sprachen lernen möglich.
Die Verantwortlichen der LIPSCHULE meinen, dass Spracherwerb und Sprachgebrauch nicht ausschliesslich auf speziell definierte Lektionen beschränkt werden dürfen, sondern täglich erlebbar sein sollen: in der Pause, in Sport- und Kreativfächern, im Sachunterricht, im Austausch per E-Mail über die Sprachgrenzen hinaus.
Um mit verbindlichen Abmachungen arbeiten zu können, müssen die Lehrkräfte in einem Sprachportfolio festhalten, welche obligatorischen Treffpunkte gelten.
Dadurch entstehen Freiräume, in denen auch mit Hilfe der Internettechnologie an vorgegebenen Zielen in möglichst realen Situationen Fremdsprachen angewendet werden. Im Gesamtsprachenkonzept unserer Schule nimmt der Computer den Platz ein, der ihm gebührt - aber nicht mehr!

Language teaching

OUT

Language learning

IN



"Man kann eine Sprache nicht unterrichten; man kann nur günstige Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie sich spontan im Geiste entwickelt."
(Wilhelm von Humboldt, Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus. Berlin, 1836)

LIPSCHULE Zürich

Die Schule nennt sich Lip - Lernen ist persönlich. Wir verstehen uns als (private) Modellschule, die Grundsätze des autonomen Lernens und offenen Unterrichts erfolgreich auf der Primar-Mittelstufe und der Sekundarstufe I umsetzt. Unsere Erfahrungen sollen auch an die staatliche Schule zurückfliessen.

Der Autor und pädagogische Leiter der Schule, Hanspeter Beerli, meint, dass gerade ein Mut machender, praktischer, an Didaktik (nicht Methodik!) orientierter Beitrag nicht das Gefühl aufkommen lassen darf, dass mit billigen Tricks und schnellen methodischen Unterrichtskniffen auf der Informations-Kommunikations-Technologie-Welle mitgesurft werden kann - und soll. Die Basis für den Erfolg einer schüler/-innengerechten Schule wie auch im Einsatz einer zeitgemässen Medienerziehung liegt im echten, ganzheitlichen Engagement und in einem entsprechenden pädagogischen Konzept.Technologie

"Man kann eine Sprache nicht unterrichten; man kann nur günstige Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie sich spontan im Geiste entwickelt."

Wilhelm Humboldt, Über die Verschiedenheit des menschlichen Sprachbaus. Berlin, 1836

Natürlich bezeichnen wir uns als eine moderne Schule, selbstverständlich setzen wir unsere Computer auch als Werkzeug ein. Doch beschränken wir uns nicht darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nur lernen sollen, wie man Computer benutzt. Auch darum nicht, weil wir nicht akzeptieren, dass die Schule nur den Zweck hat, die Kinder auf die Arbeitswelt der Erwachsenen vorzubereiten. Für eine Erziehung von Konsumenten und zukünftigen Arbeitssuchenden scheint uns die Schule zu kostbar. Also kann der Computer nicht nur Werkzeug sein, sondern soll unserer Philosophie des Wissens und der Bildung als Prüfstein dienen.

Ich geselle mich also nicht zur Kategorie "... irgendein beliebiger Schulleiter, der meint, Computer würden endlich das schulische Bildungsproblem lösen."Pädagogisches-didaktisches (Medien)KonzeptWir sind überzeugt, dass die Schule die Aufgabe hat, eine pädagogische Atmosphäre zu schaffen, die die Schülerinnen und Schüler als Menschen ernst nimmt und ihnen aktive, konstruktive Lernräume zur Verfügung stellt. Dazu gehört auch ein selbstbestimmter Umgang mit Medien. Medienkompetenz soll in allen Fächern erarbeitet, geübt, erfahren werden und ist somit eindeutig als fächerübergreifende Aufgabe zu verstehen. Wir arbeiten darum mit Wochenplänen als Organisationsinstrument; der Lernstoff ist durch Lernpläne mit binnendifferenzierendem Anspruchsniveau aufgeschlüsselt und Zeitgefässe für selbstorganisiertes Lernen tragen den individuellen Lerntempi und Interessen Rechnung.Wann endlich ist die Rede von (Fremd)Sprachunterricht?Eigentlich gar nicht! Wenn ich nur annähernd verstanden worden bin, haben Sie gespürt, so hoffe ich, dass es uns vor allem ums Lernen und nicht um Unterricht geht - also auch nicht um Fremdsprachunterricht. Wir erwarten, dass es uns gelingt, unterschiedliche Formen von Sprachkenntnissen zu erlangen: Vor allem durch spontanes Sprechen und Hörverstehen bauen wir an der wichtigen "Gebrauchsgrammatik". So sprechen unsere Sport- und Kreativfächerlehrpersonen hauptsächlich in einer Fremdsprache - und viele Schülerinnen und Schüler geben schon entsprechende Antworten. Probieren wir es immer wieder, trotz vieler Hindernisse und Wenn und Aber: Sprachlernen ist Sprachgebrauch. Und die Französischlehrerin, die ja doch für die klassische Grammatik zuständig ist, nimmt die Gelegenheit, den Geschichtsunterricht zu bereichern, noch so gern wahr und hilft dabei nicht nur mir: "L`édit de Nantes a été écrit dans une époque d`intolérance." - das sollte für die 2. Sek. kein Problem sein, oder?Wie bitte? Eine neue Gestaltung von Teamverständnis? - Ja! Gern!Und endlich der Computer, das Internet! Ja, wieso auch nicht. Die Schülerinnen und Schüler haben ja schon längst selbst herausgefunden, wie sie sich Informationen aus Encarta-CD o.ä. und mit Hilfe von Suchmaschinen aus dem WWW beschaffen können. Seien das nun französische Infos für das nächste Schullager im Welschland oder für das English-Project "Comics" oder eben Grundlagen zum Verständnis der Industrial Revolution - very simple of course.

Wichtig scheint mir nun, dass neben der kognitiven und sozialen Dimension die Handlungsdimension gefördert wird: Mit Medien gestalten, sich ausdrücken, sich und andere weiter informieren, experimentieren, präsentieren - also Fähigkeiten, Medien nicht nur konsumieren, sondern selbst aktiv gestalten. Besonders geeignet finde ich das gemeinsame, projektartige Modell des Hypertext, der durch einen nicht-linearen Aufbau geradezu prädestiniert ist, auch mehrsprachig geschrieben und gestaltet zu werden. Er verlangt und schult ohnehin ein Denken in vernetzten Zusammenhängen. Vielleicht wird er dann noch als Internet-Site herausgegeben, doch sei es gut überlegt, ob dem Mega-Angebot im WWW noch ein weiterer Baustein beigefügt werden soll - die Gruppenarbeit war ja schon das tollste.Please take out your homework!?You`re an instructor? - Oh no. A coach. The teacher acts as a facilitator of learning. (Für uns im Sinne von Carl Rogers).

Damit möchte ich denen, die bis zum Ende ausgehalten haben noch ein Grundschema für eine WWW-Suche (auch) im Fremdsprachbereich geben.

... und das alles möglichst nicht im 45-Minuten-Rhythmus, dafür aber so fächerübergreifend wie nur möglich! Soll ich wieder vorn beginnen? Nein, aber viel Freude und Spass wünsche ich!

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